Im weiteren Sinne geht es hier auch darum, Menschen mit ihrem Wissen zusammen zu bringen, um einen Austausch anzustoßen. Dabei kann es zunächst hilfreich sein, ein Expertenverzeichnis oder eine Wissensträgerkartei („Yellow Pages“) anzulegen, um es jedem Mitarbeiter zu ermöglichen, den jeweiligen Experten für eine Frage oder eine Aufgabe zu finden, der befragt werden und Informationen bzw. Wissen weitergeben kann. Diese Listen sind jedoch statisch und bilden daher nur einen ersten Schritt zum social networking. Schütt bezeichnet Yellow Pages als „erweiterte Telefonbücher, in denen die Mitarbeiter sich mit ihrem Wissen entweder mittels vorgegebener Felder oder per Freitext darstellen sollen. Das Problem ist, dass nur ein Teil der Mitarbeiter dazu bereit ist (60% gelten schon als gut) und selbst diese dann nur selten ihre Daten aktuell halten. Damit sind die meisten Projekte nach einer anfänglichen Euphoriephase nach etwa 3 Jahren quasi tot – Datenmüll“ (Schütt, 2010). Schütt empfiehlt die Nutzung der aktuellen Neuentwicklungen, „so genannte dynamische Yellow Pages, welche die Wissensinformationen mit Text-Mining-Methoden automatisch aus dem elektronischen Schriftverkehr extrahieren. Natürlich sind dies sensitive Daten, die der Mitarbeiter persönlich zunächst freigeben muss. Doch zwischen dem Freigeben einer Vorlage und dem Selbstschreiben liegen Welten – eine Chance zu nahezu tagesaktuellen Yellow Pages praktisch aller Mitarbeiter“(dito).

Social software ermöglicht darüber hinaus kollaboratives Arbeiten.

Der Einsatz von Foren im Arbeitsbereich hat sich in der Regel nicht als hilfreich erwiesen, da das Interesse daran nach kurzer Zeit erlahmt und sie nur unzureichend genutzt werden. Als Grund dafür wird meist Zeitmangel angegeben, gemeint ist, dass der Aufwand an Zeit nicht einem für den Mitarbeiter einsehbaren Nutzen entspricht.

Weblogs oder kurz Blogs bilden eine Art persönliches Tagebuch eines Mitarbeiters ab. Damit wird möglicherweise implizites Wissen unmittelbar expliziert. Allerdings erfordert dies eine regelmäßige Pflege des Blogs, was meist wieder am oben bereits beschriebenen Zeitmangel-Argument scheitert.

Der Einsatz von Wikis (WiKi) verspricht einen größeren Erfolg. Das explizierte Wissen hat hier einen weniger persönlichen Charakter. Im Mittelpunkt steht ein „Textprodukt, das man mit kollektivem Wissen erstellt“ (Hasler Roumois 2007, S. 103). Dies kann ein Dokument oder ein Fallbericht sein, ebenso aber auch eine Sammlung von Tipps oder ein teaminternes Lexikon.

-- SabineMoritz - 16 May 2011


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Topic revision: 16 May 2011, SabineMoritz
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