Grundsätzlich berücksichtigt ein erfolgreiches Wissensmanagement immer drei Komponenten: den Menschen, die Organisation, in der dieser Mensch arbeitet, und die technische Unterstützung für diese Arbeit.

1. Mensch

Wissensmanagement kann nur gelingen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind bzw. geschaffen werden. Zunächst einmal befindet sich das Wissen einer Organisation größtenteils in den Köpfen der Mitarbeiter. Man spricht hier von implizitem Wissen. Um Wissen anderen Mitarbeitern zugänglich zu machen, braucht es die Bereitschaft, das eigene Wissen mit anderen zu teilen, es also zu explizitem Wissen zu machen. Dies setzt voraus, dass der Kollege nicht nur als Konkurrent erlebt wird, dass es also ein gemeinsames Arbeiten an der Sache mit gemeinsamen Zielen, bzw. einer gemeinsamen Vision, gibt. Auch die Bereitschaft, Fehler nicht nur einzugestehen, sondern sogar öffentlich zu machen, ist wichtig. Nur so kann das Team aus den Fehlern eines Einzelnen lernen. Zudem ist die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen unbedingte Voraussetzung.

2. Organisation

Die genannten Bereitschaften der Mitarbeiter entwickeln sich nicht in allen Organisationen. Es gibt geradezu lernfeindliche Strukturen, die ein gelingendes Wissensmanagement unmöglich machen. Ausgeprägte Hierarchien gehören dazu, ebenso ein Nicht-Wahrnehmen der Wissensressourcen und des Könnens der Mitarbeiter, verbunden mit fehlender Aufmerksamkeit und Anerkennung. Das „Bestrafen“ von Fehlern, z.B. durch Übergehen bei der nächsten möglichen Beförderung, wird eine Öffnung der Mitarbeiter und das Lernen aus Fehlern verhindern. Wird Wissensbeschaffung, etwa durch Internetrecherche, nicht als Arbeitszeit betrachtet, ist es naheliegend, dass sie weitestgehend unterbleibt. Wenn Experimente nicht erwünscht sind, werden Mitarbeiter in dieser Hinsicht wesentlich weniger risikofreudig sein und dadurch wichtige Erfahrungen – auch des Scheiterns – nicht machen. Eine Organisation, die Wissensmanagement will, muss bereit sein, liebgewonnene Routinen hinterfragen und verändern zu lassen. Sie muss ihren Mitarbeitern Freiräume zugestehen und darauf verzichten, alle Prozesse bis ins Detail unter Kontrolle zu haben.

3. Technik

Wissensmanagementsysteme (WMS) müssen nicht alle Bereiche einer Organisation um-fassen, aber für alle Mitarbeiter zugänglich und nutzbar sein. Nicht alles, was machbar ist, macht auch einen Sinn. Die IT-Unterstützung für des Wissensmanagement einer Organi-sation muss maßgeschneidert für diese sein, die technischen Anforderungen sind daher nicht immer die gleichen. Unabdingbar ist aber, dass die Technik kollaboratives Arbeiten und Teamlernen unterstützt. Dies kann geschehen durch leichteres Auffinden von Wissens-inhalten, z.B. durch Verschlagwortung, gezielte Information über Experten, etwa durch „Yellow Pages“, und Wissensdatenbanken, aber auch durch Groupware, Diskussionsforen und Newsletter. Eine Vernetzung innerhalb eines Unternehmens, z.B. in Form eines Intranets, ist dazu unerlässlich. Sichergestellt werden sollte auch, dass die Mitarbeiter ausreichend geschult sind, um dokumentiertes Wissen zu finden, und ausreichend motiviert, um es zu nutzen. Wichtig ist, dass Technik kein Selbstzweck ist, es geht hier vielmehr um TechnikUnterstützung im Sinne von Unterstützung durch Technik.

-- SabineMoritz - 16 May 2011


This topic: Sandbox > WikiUsers > SabineMoritz > SabineMoritzSandbox > InformationsGesellschaft > WisSen > InformationsManagement > OrganiSation
Topic revision: 16 May 2011, SabineMoritz
The copyright of the content on this website is held by the contributing authors, except where stated elsewhere. see CopyrightStatement. Creative Commons LicenseGet Foswiki at sourceforge.net. Fast, secure and Free Open Source software downloads