In den vergangenen Jahrzehnten hat sich unsere Welt rasant verändert. Während es beispielsweise vor 30 Jahren noch üblich war, von einer Telefonzelle aus zu telefonieren, Briefe zu schreiben und sich mit drei Fernsehprogrammen zu begnügen, hat die technische Entwicklung unser Verhalten völlig gewandelt. Es gibt mehr Handys als Einwohner, ständige Erreichbarkeit wird nahezu vorausgesetzt. Die Vernetzung über das Internet macht eine Nachricht an Mitmenschen zu jeder Zeit möglich und über die Medien werden wir mit Unterhaltung, aber auch Informationen geradezu bombardiert. Diese Entwicklungen betreffen uns als Privatmenschen genauso wie die Arbeitswelt. Hier hat in den letzten Jahrzehnten eine Verschiebung des Schwerpunktes eingesetzt: von der Produktion zur Information. Selbst relativ einfache Tätigkeitsbereiche wie Lager und Versand werden heute IT-gestützt geleistet und erfordern entsprechende Kenntnisse. Während das wichtigste Utensil in einem Büro früher die Schreibmaschine war, ist es heute undenkbar, Büroarbeit ohne PC zu organisieren. E-mail und Intranet beschleunigen alle Arbeitsabläufe und überfluten manchen Angestellten mit
DaTen, die er gar nicht zu nutzen weiß. Neben die Rohstoffgewinnung und –verarbeitung und den Dienstleistungssektor als primäre, sekundäre und tertiäre Wirtschaftssektoren ist der Informationssektor als vierter hinzugetreten und nimmt einen immer größeren Raum ein (vgl. Lehner 2006, S. 7).
In dieser beschleunigten Informationsgesellschaft werden
InforMation und
WisSen zu wertvollen Ressourcen, die entscheidenden Einfluss auf die Wettbewerbsvoraussetzungen eines Unternehmens haben und somit zu Erfolgsfaktoren werden. Dabei ist es notwendig, sowohl einem möglichen Informationsmangel, als auch der Informationsüberflutung zu begegnen. „Die Vermehrung von Informationen und Wissen ist keine Lösung, sondern ein neues Problem!“ (Lehner 2006, S. 9). Die benötigten Informationen sollen einem bestimmten Mitarbeiter in einer bestimmten Situation zur richtigen Zeit und in einer solchen Weise zur Verfügung stehen, dass sie konkret nutzbar sind. Um diese Aufgabe zu lösen, hat sich in den Wirtschaftsunternehmen ein aufwändiges Informations- und Wissensmanagement entwickelt. Zudem hat diese Fragestellung ein intensives Nachdenken über Organisations-strukturen und Organisationsentwicklung ausgelöst und so in einem Rückkopplungsprozess manches Unternehmen von innen her verändert. Beispielsweise bietet zwar „die Installation eines Intranets … die Möglichkeit, Informationen in kürzester Zeit allen Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen. Ob und wie diese Möglichkeit genutzt wird, hängt allerdings nicht von der „Technik“, sondern von der „Kultur“ ab.“ (Lehner 2006, S. 29).
Diese Entwicklungen machen auch vor sozialen Organisationen nicht Halt. Allerdings hat man hier immer schon neben den Kundenbezügen auch die Teamprozesse innerhalb der Mitarbeiterschaft im Blick gehabt. Soziale Organisationen hatten immer schon ihr Schwer-gewicht dort, wo Menschen in sozialen Situationen miteinander agieren. Teamfähigkeit ist hier eine wichtige Einstellungsvoraussetzung. Mitarbeiter sozialer Organisationen besitzen neben der Motivation, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, immer auch den Wunsch, mit Menschen zu arbeiten, und oft eine eher altruistische Einstellung als ein hohes Kariere- und Machtstreben. Auch sind flache Hierarchien in sozialen Organisationen weiter verbreitet als in Wirtschaftsunternehmen. All dies sind gute Voraussetzungen, um Wissen zu teilen und zu einer lernenden, bzw. intelligenten Organisation zu werden. Wissensmanagement möchte diesen Prozess unterstützen.
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SabineMoritz - 16 May 2011
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16 May 2011, SabineMoritz
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